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Die tote Lerche

Ich stand an deines Landes Grenzen,
An deinem gr?nen Saatenwald,
Und auf des ersten Strahles Gl?nzen
Ist dein Gesang herabgewallt.
Der Sonne schwirrtest du entgegen,
Wie eine M?cke nach dem Licht;
Dein Lied war wie ein Bl?tenregen,
Dein Fl?gelschlag wie ein Gedicht.

Da war es mir, als m?sse ringen
Ich selber nach dem jungen Tag,
Als horch' ich meinem eignen Singen
Und meinem eignen Fl?gelschlag;
Die Sonne spr?hte gl?he Funken
In Flammen brannte mein Gesicht;
Ich selber taumelte wie trunken,
Wie eine M?cke nach dem Licht.

Da pl?tzlich sank und sank es nieder,
Gleich toter Kohle in die Saat,
Noch zucken sah ich kleine Glieder
Und bin erschrocken dann genaht;
Dein letztes Lied, es war verklungen;
Du lagst, ein armer kalter Rest,
Am Strahl verflattert und versungen
Bei deinem halbgebauten Nest.

Ich m?chte Tr?nen um dich weinen,
Wie sie das Weh vom Herzen dr?ngt,
Denn auch mein Leben wird verscheinen,
Ich f?hl's, versungen und versengt;
Dann du, mein Leib, ihr armen Reste,
Dann nur ein Grab auf gr?ner Flur,
Und nah nur, nah bei meinem Neste,
In meiner stillen Heimat nur!

anette droste-h?lshoff


Biographie

Annette Freiin von Droste-H?lshoff (* 10. Januar 1797 auf Burg H?lshoff bei M?nster; ? 24. Mai 1848 in Meersburg am Bodensee) war eine deutsche Schriftstellerin. Sie gilt als eine der gr??ten deutschen Dichterinnen. Droste-H?lshoff stammte aus dem altwestf?lischen, katholischen Adel und f?hrte ein sehr zur?ckgezogenes, sogar eingeengtes Leben. In ihrer Kindheit und Jugend sehr kr?nklich, wurde sie in den Jahren 1812 bis 1819 von Professor Anton Sprickmann unterrichtet und gef?rdert. Nach dem Tod ihres Vaters 1826 ?bersiedelte sie mit ihrer Mutter auf deren Witwensitz, Haus R?schhaus bei Nienberge. Zwar stand sie in brieflichen Kontakt mit intellektuellen Zeitgenossen (etwa den Br?dern Grimm), aber sie entzog sich niemals den Anforderungen ihrer Familie, etwa wenn sie immer wieder als Krankenpflegerin herangezogen wurde. Da sie st?ndig kr?nkelte, stand ein Bruch mit der Familie oder der Versuch, durch ihre Schriftsellerei ihren Lebensunterhalt zu verdienen, f?r sie nie zur Debatte. Trotzdem nahm sie ihre literarische Arbeit sehr ernst und war sich durchaus bewusst, gro?e Kunst zu schaffen, doch lie? sie davon ihr Leben nicht beeinflussen. Ein wichtiges Dokument ihrer tiefen Religiosit?t ist ihr Gedichtzyklus "Das geistliche Jahr", in dem aber - typisch f?r die Zeit - auch die Zerrisenheit des Menschen zwischen aufgekl?rtem Bewusstsein und religi?ser Suche gestaltet wird. Ihr einziger Ausbruch aus dem K?fig von Anstand und Sitte waren ihre Reisen an den Bodensee, wo sie urspr?nglich auch nur Verwandte besuchte. Ab 1841 wohnte sie bei ihrem Schwager, dem Freiherrn Joseph von La?berg auf Schloss Meersburg am Bodensee. 1837 befreundete sie sich mit Levin Sch?cking, der durch ihre Vermittlung 1841 auf Schloss Meersburg Bibliothekar wurde. Sie erwarb dort schlie?lich ein Haus in Meersburg und verbrachte dort die Sommer mit ihrem Freund Levin Sch?cking. Unter dieser Inspiration entstand ein Gro?teil ihrer "weltlichen" Gedichte. Am 24. Mai 1848 verstarb Freiin Annette von Droste-H?lshoff auf Schloss Meersburg am Bodensee.

Homepage Deutsche Dichter


-mowo-
4.8.05 17:42
 


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(4.8.05 15:44)
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